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<title>Mayapán</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Mayapán</span></h1>
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<p><b>Mayapán</b> ist eine Ruinenstadt der <a href="Maya-Zivilisation" title="Maya-Zivilisation">Maya</a> im <a href="Mexiko" title="Mexiko">mexikanischen</a> Bundesstaat <a href="Yucat%C3%A1n_(Bundesstaat)" title="Yucatán (Bundesstaat)">Yucatán</a> in <a href="Mittelamerika" title="Mittelamerika">Mittelamerika</a>. Der Name „Mayapán“ bedeutet im <a href="N%C3%A1huatl" class="mw-redirect" title="Náhuatl">Náhuatl</a> so viel wie „bei den Maya“, die von <a href="Diego_de_Landa" title="Diego de Landa">Diego de Landa</a> gegebene Worterklärung <i>pendón de la Maya</i> („Maya-Fahne“) verkennt die Natur des Orts-Suffixes <i>-pan</i>. Der von den <a href="Chilam_Balam" title="Chilam Balam">Chilam-Balam</a>-Chroniken bevorzugte Name ist <b>Ich Paa</b> und bezieht sich auf die in <a href="Mesoamerika" title="Mesoamerika">Mesoamerika</a> seltene, aber für Mayapán charakteristische <a href="Stadtmauer" title="Stadtmauer">Stadtmauer</a>. Die Stadt war von ca. 1050 bis 1441 besiedelt.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Lage_und_Klima">Lage und Klima</h2></div>
<p>Die Ruinenstätte <i>(Zona arqueológica)</i> Mayapán liegt beim Ort Telchaquillo knapp 50&nbsp;km (Fahrtstrecke) südöstlich von <a href="M%C3%A9rida_(Mexiko)" title="Mérida (Mexiko)">Mérida</a> bzw. ca. 140&nbsp;km westlich von <a href="Chich%C3%A9n_Itz%C3%A1" title="Chichén Itzá">Chichén Itzá</a>; die historisch bedeutsamen Orte <a href="Chumayel" title="Chumayel">Chumayel</a> und <a href="Man%C3%AD_(Yucat%C3%A1n)" title="Maní (Yucatán)">Maní</a> befinden sich etwa 35 bis 45&nbsp;km südwestlich. Die unbedingt sehenswerte Maya-Stadt <a href="Uxmal" title="Uxmal">Uxmal</a> sowie die klassischen Ruinenstätten von <a href="Kabah" title="Kabah">Kabah</a>, <a href="Sayil" title="Sayil">Sayil</a> und <a href="Labn%C3%A1" title="Labná">Labná</a> befinden sich ca. 65–75&nbsp;km westsüdwestlich. Das Klima ist überwiegend trocken und warm; reichlicher Regen (ca. 1200&nbsp;mm/Jahr) fällt nahezu ausschließlich im Sommerhalbjahr.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Den Chilam-Balam-Texten zufolge wurde der <a href="Cocom_(Dynastie)" class="mw-redirect" title="Cocom (Dynastie)">Cocomfürst</a> Hunak Ke'el, <a href="Halach_Huinik" class="mw-redirect" title="Halach Huinik">Herrscher</a> und möglicherweise auch Gründer von Mayapán, von den <a href="Itz%C3%A1" title="Itzá">Itzá</a> um das Jahr 1194 gefangen genommen und im Auftrag von Chac Xib Chac als <a href="Menschenopfer" title="Menschenopfer">Menschenopfer</a> in den <a href="Cenote" title="Cenote">Cenote</a> von Chichén Itzá geworfen. Er überlebte jedoch und eröffnete den Krieg, der zur Zerstörung von Chichén Itzá führte. Selbigem wird in Folge auch die Gründung der sogenannten <a href="Liga_von_Mayap%C3%A1n" title="Liga von Mayapán">Liga von Mayapán</a> zugeschrieben. Die Vorherrschaft der Cocom in Yucatán wurde durch einen von Ah Xupan Xiu, dem regierenden Fürsten von <a href="Man%C3%AD_(Yucat%C3%A1n)" title="Maní (Yucatán)">Maní</a> aus dem Geschlecht der <a href="Tutul_Xiu_(Dynastie)" class="mw-redirect" title="Tutul Xiu (Dynastie)">Tutul Xiu</a>, angeführten Aufstand 1441–1461 beendet und führte zur Zerstörung von Mayapan. Fast alle Angehörigen der Familie der Cocom fielen dem Aufstand zum Opfer. Überlebt hat lediglich ein Sohn, welcher sich auswärts aufhielt und zunächst in Tibolon siedelte, im Anschluss aber <a href="Sotuta" title="Sotuta">Sotuta</a> gründete. Die Cocom blieben bis zur <a href="Konquista" class="mw-redirect" title="Konquista">Konquista</a> eines der einflussreichsten Geschlechter Yucatáns.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bauten">Bauten</h2></div>


<p>Während des <a href="Maya#Postklassik" title="Maya">späten Postklassikums</a> wurde der schon früher bestehende Ort zur damals größten Stadt Yucatans ausgebaut. Auf einer Fläche von etwas mehr als 4&nbsp;km² lebten in mehr als 4000 Bauten vermutlich um die 12000 Einwohner. Die Wohnhäuser sind rechteckig und stehen auf niedrigen Plattformen. Kennzeichnend ist ein offener Vorraum mit an der Rückwand entlanglaufenden gemauerten Bänken, die von den Eingängen zum hinteren Raum unterbrochen werden. Die Häuser waren von einem kleinen Hausgarten umgeben, der zu den Nachbarn mit niedrigen Wällen aus unbearbeiteten Steinen abgegrenzt war. Das Stadtgebiet war ohne besondere räumliche Organisation dicht bebaut und von einer ungefähr 9&nbsp;km langen Stadtmauer mit zahlreichen engen Tordurchgängen umgeben, was auf die unruhigen Zeiten hinweist. Ob diese Mauer zur Verteidigung nutzbar war, ist zweifelhaft, weil sie trotz der hohen Bevölkerungszahl schwer zu bemannen gewesen wäre. Außerhalb der Mauer waren nur wenige Bauten vorhanden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kukulkan-Pyramide">Kukulkan-Pyramide</h3></div>

<p>Etwas westlich des Mittelpunkts der Stadt liegt das administrativ-religiöse Zentrum, das sich von der dicht gedrängten Struktur der Wohnquartiere durch große freie Flächen und die Gestalt und Zweckbestimmung der Bauten unterscheidet. Im Mittelpunkt steht die <a href="Kukulkan" title="Kukulkan">Kukulkan</a>-<a href="Tempelpyramide" title="Tempelpyramide">Pyramide</a>, die aus neun Stufen oder übereinander geschichteten Plattformen mit abgerundeten Ecken besteht. Von allen vier Seiten führen breite Treppen mit Treppenwangen zu dem kleinen Tempelgebäude auf der Spitze. Die Pyramide ist unübersehbar ein verkleinertes Abbild der <a href="Pyramide_des_Kukulc%C3%A1n" title="Pyramide des Kukulcán">Pyramide des Kukulcán</a> in <a href="Chich%C3%A9n_Itz%C3%A1" title="Chichén Itzá">Chichén Itzá</a>, wenngleich in weniger aufwendiger Ausführung. So waren die Außenseiten selbst der Grundriss des Tempelgebäudes, das aus einem großen Innenraum mit schmaler Vorhalle, deren Eingang von Schlangensäulen getragen wird, und auf den drei übrigen Seiten um den Innenraum laufenden gangartigen Raum mit drei Eingängen nach den übrigen Richtungen besteht, entspricht sehr genau dem von Chichén Itzá. Anders als dort waren die Seiten der Pyramide jedoch nicht mit gut bearbeiteten Verkleidungssteinen bedeckt, sondern mit bemaltem plastisch ausgearbeitetem Stuck. Die Höhe der Pyramide beträgt 15&nbsp;m, die Grundfläche 32 mal 35&nbsp;m.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Säulenhallen"><span id="S.C3.A4ulenhallen"></span>Säulenhallen</h3></div>

<p>Rings um die Kukulkan-Pyramide und den sie umgebenden Platz liegen zahlreiche repräsentative Bauten. Zumeist handelt es sich um die für Mayapán typischen Säulenhallen, die auf einer Plattform liegen, die über ungefähr 5 Treppenstufen zu besteigen ist. Die Säulenhallen selbst bestehen in der Regel aus zwei Reihen von gemauerten Säulen und einer Rückwand, die ungefähr bis zur Hälfte der Seiten vorgezogen ist. Die gemauerten Säulen waren mit Stuck verkleidet, der zumindest teilweise mit plastischen Kriegerfiguren ausgearbeitet war. In der Mitte der Rückwand befindet sich ein kleiner Schrein, die übrige Länge der Rückwand und der Seitenwände wird von einer gemauerten Bank eingenommen. Sehr ähnliche Bauten finden sich in den Säulenhallen von Chichén Itzá sowie in Fundorten der Ostküste wie <a href="El_Rey" title="El Rey">El Rey</a>. Strukturell ähneln sie den C-förmigen Bauten, wie nach dem Ende der Hauptbesiedlung in <a href="Uxmal" title="Uxmal">Uxmal</a> und anderen Orten der <a href="Puuc" title="Puuc">Puuc</a>-Zone, aber auch bis in die Region des <a href="El_Pet%C3%A9n" class="mw-redirect" title="El Petén">Petén</a> zu finden sind.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Rundtempel">Rundtempel</h3></div>
<p>Runde Tempel ähnlich dem „Caracol“ in <a href="Chich%C3%A9n_Itz%C3%A1" title="Chichén Itzá">Chichén Itzá</a> sind in Mayapan besonders häufig. Sie sind auf einer höheren Plattform (ungefähr 10 Treppenstufen) gelegen und besitzen eine kreisrunde Außenwand. Meist weisen sie einen einzigen Eingang auf und der Innenraum ist durch eine Querwand mit Durchgang geteilt. In einem Fall (Gebäude H 18) sind vier Eingänge nach den vier Himmelsrichtungen vorhanden, denen auch vier Treppen der Plattform entsprechen. Das annähernd kreisrunde Gebäude hat einen Durchmesser von ungefähr 8&nbsp;m. In seinem Inneren befindet sich ein runder Mauerteil der die andere Seite des <a href="Kraggew%C3%B6lbe#Mittelamerika" title="Kraggewölbe">Mayagewölbes</a> abstützte. Ein Gang zu einer Beobachtungskammer wie in Chichén Itzá ist nicht feststellbar.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Plastik_und_Malerei">Plastik und Malerei</h3></div>
<p>Die erhaltenen Reste von Steinplastik, Stuckplastik und Malerei zeigen deutliche Einflüsse eines große Teile <a href="Mesoamerika" title="Mesoamerika">Mesoamerikas</a> erfassenden <a href="Mesoamerika#Späte_Postklassik" title="Mesoamerika">spät-postklassischen</a> Stils, der oft als <a href="Mixteca-Puebla-Stil" title="Mixteca-Puebla-Stil">Codex-Stil</a> oder <a href="Mixteca-Puebla-Stil" title="Mixteca-Puebla-Stil">Mixteca-Puebla-Stil</a> bezeichnet wird. An einzelnen Gebäuden sind aber auch <a href="Chaac" title="Chaac">Chaac</a>-Masken im <a href="Puuc" title="Puuc">Puuc-Stil</a> vorhanden. Mayapan ist einer der wenigen Orte der Mayakultur, an dem eine größere Anzahl von Metallobjekten gefunden wurde.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Liste_der_Maya-Ruinen" title="Liste der Maya-Ruinen">Liste der Maya-Ruinen</a></li>
<li><a href="Liga_von_Mayap%C3%A1n" title="Liga von Mayapán">Liga von Mayapán</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Jesse Harasta: <i>Mayapan. The History of the Mayan Capital.</i> Charles River Editors 2014, ISBN 978-1495439025</li>
<li>Jesse Harasta: <i>Chichen Itza &amp; Mayapan: The Most Famous Mayan Capitals of the Postclassic Period.</i> Charles River Editors 2014, ISBN 978-1475327441</li>
<li><a href="Harry_Evelyn_Dorr_Pollock" title="Harry Evelyn Dorr Pollock">Harry Evelyn Dorr Pollock</a>: <i>Mayapan, Yucatan, Mexico</i>, <a href="Carnegie_Institution_for_Science" title="Carnegie Institution for Science">Carnegie Institution of Washington</a>, 1962</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Mayapan?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Mayapan</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://yucatan.travel/de/archeological-area/mayapan/"><i>Mayapán – Fotos + Infos</i></a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.pik-potsdam.de/de/aktuelles/nachrichten/klimawissenschaft-und-archaeologie-untergang-des-antiken-mayapan-hing-mit-duerre-zusammen"><i>Mayapán – Untergang infolge von Dürre</i></a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Carlos Peraza Lope et al.: <i>The chronology of Mayapan, new radiocarbon evidence</i>. In: <i>Ancient Mesoamerica 17</i> (2006) S. 153–175.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Sylvanus_Morley" title="Sylvanus Morley">Sylvanus Griswold Morley</a>: <i>The ancient Maya.</i> Stanford University Press, Stanford 1956 (3. Auflage).</span>
</li>
</ol>
<p><span class="geo noexcerpt" style="display:none"><span class="body"></span><span class="latitude">20.629444444444</span><span class="longitude">-89.460555555556</span><span class="elevation"></span></span><span id="coordinates" class="coordinates -print"><span title="Koordinatensystem WGS84">Koordinaten: </span><a class="external text" href="geo:20.629444444444,-89.460555555556"><span title="Breitengrad">20°&nbsp;37′&nbsp;46″&nbsp;<abbr title="Nord">N</abbr></span>, <span title="Längengrad">89°&nbsp;27′&nbsp;38″&nbsp;<abbr title="West">W</abbr></span></a></span>
</p></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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